Berliner Straße

Beispiel Berliner Straße – Eine Schneise wird zum urbanen Boulevard

Before After Berliner Straße FotoBerliner Straße Foto
Status Quo

Die Berliner Straße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mittels Verbreiterungen und Durchbrüchen von Altstadtstraßen angelegt, um Raum für den stetig wachsenden Kfz-Verkehr zu schaffen. Sie ist heute eine zentrale Ost-West-Achse durch die Frankfurter Innenstadt. Im Westen befindet sich der Anschluss an den Theatertunnel. Die Bebauung entlang der Straße ist geprägt von einer zurückhaltenden, teils qualitätsvollen Architektur der Nachkriegszeit mit Läden und Gastronomie in den Erdgeschossen.

Südlich der Berliner Straße befindet sich der Paulsplatz mit der Paulskirche, ein für die Stadt zentraler Ort von besonderer Bedeutung. Von der Zeil kommend verläuft hier durch die Liebfrauenstraße und die Neue Kräme zum Römerberg die wichtigste Verbindung zwischen „City“ und Altstadt und weiter zum Mainkai.

Die Berliner Straße ist durchgängig vierspurig angelegt, teilweise mit Aufweitungen für Abbiegespuren. Fast im gesamten Straßenverlauf befinden sich beidseitig angeordnete Längsparkstände, die nur im Abschnitt zwischen Kornmarkt und Hasengasse durch Baumreihen aufgelockert sind. Weitere Straßenbäume oder Grünflächen gibt es entlang der Straße nicht. Sichere ampelgeregelte Straßenüberquerungen sind nur alle 150 bis 200 Meter möglich. Die Gehwege sind relativ schmal und wenig einladend, Fahrradinfrastruktur ist in nicht nennenswertem Umfang lediglich auf einem kurzen Abschnitt vorhanden.

Planung

Im Zuge der geplanten Verkehrsreduzierung im Innenstadtbereich wird auch der Fahrbahnquerschnitt der Berliner Straße verringert. Östlich der Rampe des Theatertunnels werden die Fahrspuren von vier auf zwei zusammengeführt, wodurch eine Neuaufteilung des Straßenraums zugunsten von Rad- und Fußverkehr möglich wird. Beidseitig der Fahrbahnen wird ein jeweils 2,30 Meter breiter, baulich getrennter Radweg angelegt. Die Gehwege werden erweitert und es entsteht Raum für Außengastronomie und Ladenauslagen. Die vorhandenen Baumreihen werden nach Osten hin fortgesetzt. Lade- und Lieferzonen sowie Abstellflächen für Radfahrer befinden sich auf den ehemaligen Parkflächen zwischen den Bäumen. Der Haltepunkt für Touristenbusse wird in den südlichen Kornmarkt verlegt. Durch diese Verlegung zusammen mit der Reduzierung des Straßenquerschnitts entsteht nördlich der Paulskirche ein Freiraum, der dem Gebäude einen angemessenen Rahmen verschafft und den Rundbau so auch von der Straßenseite aus erlebbar macht. Zur Reaktivierung der Verbindungswege zur Kleinmarkthalle und in die Altstadt westlich der Hasengasse wird eine lineare Querungshilfe angeordnet. Durch die Neuaufteilung und Umgestaltung der Berliner Straße entsteht ein städtischer Boulevard, der zum Flanieren und Verweilen einlädt und der Bedeutung dieser wichtigen Stadtachse gerecht wird.


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Entwurf und Texte: Drei Eins Stadt Freiraum Architektur